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Sigmund Freud PrivatUniversität Wien

Wahlpflichtfächer - Psychotherapeutische Schulen



>> METHODEN-Auswahlseminare für das WS 2013/14


Ab dem 5. Semester des Bakkalaureatstudiums ist die Wahl für eine psychotherapeutische Schule zu treffen, die dann im Rahmen des Wahlpflichtfaches gelehrt wird.

Es bestehen Kooperationsverträge mit psychotherapeutischen Ausbildungsvereinen, die ihre Curricula im Rahmen des Studiums anbieten.

Mit dem Magisterabschluss wird zugleich das Abschlusszertifikat des Ausbildungsvereines erworben und damit die Möglichkeit, mit Vollendung des 28.Lebensjahres, in die Liste der PsychotherapeutInnen zur selbständigen Ausübung der Psychotherapie eingetragen zu werden.

Das Psychotherapeutische Fachspezifikum (nach § 6-8 PthG) stellt den 2. Teil der Psychotherapieausbildung dar und umfasst mindestens 300 Stunden Theorie sowie 1600 Stunden praktische Ausbildung.

Die folgenden Schulen werden als Wahlpflichtfächer im letzten Jahr des Bakkalaureat
und in den 4 Semestern des Magisterium angeboten (abhängig von der Teilnehmeranzahl):

>> Individualpsychologie

>> Existenzanalyse

>> Integrative Gestalttherapie

>> Personzentrierte Psychotherapie

>> Psychoanalyse

>> Systemische Familientherapie

>> Transaktionsanalyse


Individualpsychologie.
Der Antrag auf ein Fachspezifikum für Individualpsychologie der SFU wurde befürwortet mit Beschluß des Psychotherapiebeirats vom 13.12.2011. Das Ansuchen auf Anerkennung als psychotherapeutische Ausbildungseinrichtung der methodenspezifischen Ausrichtung: Individiualpsychologie gemäß § 7 des Psycho-therapiegesetzes, BGBI.Nr. 361/1990 wurde beim Bundesministerium am 23.9.2008 eingereicht.
Anerkennung der Methode Individualpsychologie als Ausbildungseinrichtung für das psychotherapeutische Fachspezifikum (23.03.2012)


Die Individualpsychologie an der SFU ist eine moderne analytische, psychodynamisch-tiefenpsychologische Methode. Sie geht davon aus, dass in der Kindheit die wichtigsten Weichen für die Zukunft gestellt werden und dass dem Unbewussten eine große Bedeutung für das Verhalten, Erleben und für Weltanschauungen zukommt.
Im Zentrum ihrer Überlegungen steht eine spezifische Theorie der Selbstwertregulation, die mit der Dynamik zwischen unbewussten Minderwertigkeitsgefühlen und Geltungsstreben bzw. dem Streben
nach sozialer Gleichwertigkeit rechnet. Darüber hinaus gehört zu ihren Grundlagen eine Triebtheorie, die nicht nur die Rolle der Sexualität berücksichtigt, sondern auch der Aggression. Ferner berücksichtigt sie eine umfassende Ursachenlehre, weil sie nicht nur nach dem Ursprung („Causa efficiens“) der Phänomene fragt, sondern auch nach Intentionalität („causa finalis“), also danach, was man unbewusst mit einem bestimmten Verhalten erreichen möchte.
Philosophisch ruht die Individualpsychologie vor allem auf der „Philosophie des Als Ob“, einer frühen konstruktivistischen Theorie des Neu-Kantianers Hans Vaihinger.
Als Quelle für seelische Krankheiten werden einerseits unbewusste Konflikte angesehen – vor allem zwischen Trieb und Moral sowie zwischen Minderwertigkeitsgefühl und Machtstreben – und andererseits Defekte, die ihren Ursprung in frühen Beziehungsmustern haben.
Die Individualpsychologie an der SFU ist durch eine pluralistische Grundhaltung geprägt und bietet daher mannigfache Anschlussmöglichkeiten für den analytischen Diskurs im deutschsprachigen und internationalen Raum. Dazu zählen vor allem Triebtheorie, Ich-Psychologie, Objektbeziehungstheorie, Selbstpsychologie sowie intersubjektive bzw. relationale Strömungen.


Das jeweilige Fachspezifikum mit seinen Methodenschwerpunkten wird von folgenden Kooperationspartnern durchgeführt:

- Psychoanalytisches Seminar Innsbruck (PSI) für die Methode der Psychoanalyse
Das PSI sieht sich in der Tradition Sigmund Freuds mit dem individuellen Unbewußten als theoretisches Zentrum und den modernen, wissenschaftlichen Weiterentwicklungen durch die Objektbeziehungstheorie, Ich-Psychologie und die interpersonelle Perspektive. Das PSI grenzt sich von dogmatischen und esoterischen Positionen ab. Es begreift die psycho-analytische Praxis wesentlich als Analyse der Beziehungen. In der Ausbildung soll neben der theoretischen und praktischen Wissensvermittlung die Befähigung zur Ausbildung einer eigenen, persönlichen, psychoanalytischen Identität grundgelegt werden.

- Institut für Integrative Gestalttherapie Wien (IGWien) für die Methode der Integrativen Gestalttherapie
Das IGWien bietet in Österreich seit 1998 eine gesetzlich anerkannte Ausbildung in Integrativer Gestalttherapie an. Es ging aus der langjährigen Kooperation seiner österreichischen AusbilderInnen mit dem IGWürzburg hervor und kann auf eine 20-jährige Ausbildungstradition zurückblicken. Es ist aufgrund seiner Vernetzung mit dem Schwesterinstitut IGWürzburg international ausgerichtet.

Gestalttherapie ist eine lebendige Interaktion zwischen KlientIn und TherapeutIn auf der Basis der Ich-Du-Begegnung (M.Buber). Gewahrsein, Erkennen und Verarbeiten durch kontaktvolles Erleben im Hier und Jetzt werden als entscheidendes Agens im Entwicklungsprozess gesehen. Therapeutisches Anliegen ist die Wiederherstellung der organismischen Selbstregulation, die Entwicklung kreativer Anpassung und die Integration abgespaltener Selbst-Anteile. Die bewusste Wahrnehmung ist zugleich Weg und Ziel im therapeutischen Prozess.

- Institut für Personzentrierte Studien (IPS) für die Methode der personenzentrierten Psychotherapie nach Carl Rogers
Das Institut für Personzentrierte Studien der Arbeitsgemeinschaft Personzentrierte Psychotherapie, Gesprächsführung und Supervision (IPS der APG) hat sich zur Aufgabe gesetzt, den Personzentrierten Ansatz in Wissenschaft, Lehre und Praxis kreativ weiterzuentwickeln. Es ist aus der direkten Zusammenarbeit mit dem Begründer der Personzentrierten Psychotherapie, Carl Rogers, hervorgegangen und bietet seit 1969 national und international personzentrierte Aus-, Fort- und Weiterbildung an. Das IPS ist Gründungsmitglied des Personzentrierten Weltverbandes (WAPCEPC).

- Österreichische Arbeitsgemeinschaft für systemische Therapie und systemische Studien für die Methode der systemischen Psychotherapie (ÖAS)
Die SFU wurde zu einem der drei organisatorisch eigenständigen Standorten der ÖAS.

Systemische Familientherapie geht von der Theorie aus, dass Probleme grundsätzlich in Beziehungszusammenhängen entstehen und aufrecht erhalten werden.
Diese interaktiven Prozesse haben Ideen über sich und andere erzeugt, die Leid verursachen und Veränderungen hintanhalten. Lösungen werden in wertschätzender Haltung gegenüber allen Beteiligten durch das Aufspüren von Ressourcen in unterschiedlichen Settings (Einzel-, Paar-, Familientherapie) gesucht. Dabei werden Methoden des Narrativen Arbeitens, des Externalisierens, des Reflektierens, der Verstörung, der Lösungsorientierung u.a. angewandt.

Zum Erlernen der Methode werden vor allem Rollenspiele zum Beobachten, selbst Erfahren, Experimentieren mit Möglichkeiten und zur Reflexion eingesetzt. Studierende werden in ihrem prozessorientierten, individuellen Lernprozess begleitet und unterstützt. Reflexionsarbeiten in jedem Semester geben dem Studierenden und den Lehrenden Feedback über das Wissen , was die/der Studierende internalisiert hat. Wichtiger Baustein in der Ausbildung ist dabei die begleitende Praxisreflexion über mind. 220 Stunden.

- Österreichische Gesellschaft für Logotherapie und Existenzanalyse (GLE-Ö) für die Methode der Existenzanalyse nach Viktor Frankl
Die Gesellschaft für Logotherapie und Existenzanalyse (GLE) ist ein internationaler Verein für existentielle Psychotherapie, Beratung und Coaching mit Forschung und Lehre.
Die Existenzanalyse wurde vom Wiener Psychiater V. E. Frankl in den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts begründet und von A. Längle seit Beginn der 80er Jahre in Wien erweitert. Die EA hat das Ziel, an einem Leben mit innerer Zustimmung zum eigenen Handeln zu arbeiten. Als phänomenologische Richtung setzt die EA am Erleben an und zielt darauf ab, Einstellungen und Haltungen hinter blockierten Verarbeitungsprozessen (in Psychopathologie, Konflikten usw.) bewusst zu machen. Damit soll die Grundlage für persönliche Erfüllung im Leben und für Sinnorientierung geschaffen werden.

- Institut für Transaktionsanalytische Psychotherapie (ITAP) für die Methode Transaktionsanalyse
Transaktionsanalyse zeichnet sich aus durch eine einleuchtende und kreative Verbindung von kognitiver und tiefenpsychologisch, psychodynamisch orientierter Psychotherapie. Sie ist zudem beziehungs- und kommunikationsorientiert und bezeichnet durch gestalttherapeutische und systemische Gedankengänge und Verfahren.
In der Weiterentwicklung befinden sich integrative und intersubjektive Ansätze. Der Mensch ist ein selbstverantwortliches Wesen, das nach Integrität der individuellen Persönlichkeit, bewussten Erfahrungen und Selbstverwirklichung strebt. Veränderungs- und Lernprozesse zielen zu wacher Bewusstheit, Spontaneität und der Fähigkeit zur Intimität.

Mit weiteren fachspezifischen Vereinen werden derzeit Gespräche über eine künftige Kooperation geführt.


Das Vollstudium der Psychotherapiewissenschaft (Bakkalaureat und Magister) schafft alle Voraussetzungen zum Erwerb des Europäischen Zertifikats für Psychotherapie (ECP).


Praktikum für Psychotherapeutisches Propädeutikum und Fachspezifikum an der psychotherapeutischen Ambulanz der SFU:
Die psychotherapeutische Ambulanz der SFU ist eine vom Gesundheitsministerium anerkannte
Praktikumsstelle sowohl für das Psychotherapeutische Propädeutikum als auch für das
Psychotherapeutische Fachspezifikum. Die notwendigen Praktika können daher an der SFU-
Ambulanz absolviert werden (PthG § 3 Abs 2Z 2 und PthG § 6 Abs 2 Z 2).
Die Mitarbeit in der psychotherapeutischen Ambulanz ist für die Studierenden Bestandteil ihres Studiums.
Die Ambulanz ist als propädeutische und fachspezifische Praktikumsstelle vom Gesundheitsministerium anerkannt.


Anrechnung:
Alle Lehrveranstaltungen des Psychotherapeutischen Propädeutikums und der fachspezifischen
Ausbildung an der SFU sind mit dem Lehrplan der SFU abgestimmt und können für den
Studiengang Bakkalaureat und Magisterium angerechnet werden.

Voraussetzungen für die Teilnahme am Psychotherapeutischen Fachspezifikum sind die Absolvierung des Propädeutikums, die gesetzlichen Bestimmungen des Psychotherapiegesetzes sowie die Inskription an der SFU. Die Absolvierung des Propädeutikums in anderen psychotherapeutischen Ausbildungseinrichtungen ist möglich und wird angerechnet.

Die Absolvierung des Psychotherapeutischen Propädeutikums und des psychotherapeutischen Fachspezifikums sind unter anderem die Voraussetzungen für die Eintragung in die Psychotherapeutenliste des österreichischen Gesundheitsministeriums.

Anmeldung:
office@sfu.ac.at

Auskünfte:
Dr. Jutta Fiegl, Vizerektorin,
Leiterin des Psychotherapeutischen Propädeutikums und der Wahlpflichtfächer der SFU
Email: jutta.fiegl@sfu.ac.at

Download:
Folder Psychotherapeutische Propädeutikum und Psychotherapeutische Schulen (pdf)



In Kooperation mit:
ARGE Bildungsmanagement Wien






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Schnirchgasse 9a
A - 1030 Wien

Tel: +43 (0)1 798 40 98
Fax: +43 (0)1 798 40 98 / 20
Email: office@sfu.ac.at


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