Sehr geehrte Studierende! Verehrte Kolleginnen und Kollegen!

Das an der Sigmund Freud PrivatUniversität angesiedelte „Institut für transkulturelle und historische Forschung“ beschäftigt sich mit inter- und transkulturellen sowie postkolonialen Fragestellungen, mit mentalitätsgeschichtlichen, kulturwissenschaftlichen und philosophischen Grundlagen der Psychotherapiewissenschaft und der Geschichte der Psychotherapie.
Drei Mal im Semester findet ein Jour fixe statt, der ein Diskussionsforum für Gastvorträge, SFU-Projekte und studentische Forschung bieten soll. Der Jour fixe wendet sich an alle Interessierte, externe Besucherinnen und Besucher sind ausdrücklich willkommen. Die Veranstaltungen finden bei freiem Eintritt statt.

Zum dritten Jour fixe Termin im Sommersemester freuen wir uns auf einen Vortrag von Oliver Decker mit dem Titel

„Flucht ins Autoritäre? Vergangenheit und Gegenwart der autoritären Dynamik in Deutschland”

Moderne Gesellschaften sind durchzogen von einer autoritären Dynamik. Diese Feststellung gilt nicht erst seitdem in ganz Europa extrem-rechte Parteien an Einfluss gewinnen. Betrachtet man die Anfänge der Vorurteilsforschung in den 1930 und 1940 Jahren, wird zwar der Zeitkern der Diagnose vom Autoritären Charakter deutlich. Wendet man aber die sprachliche Figur von Herbert Marcuse, der vom “Veralten der Psychoanalyse” sprach um deren Aktualität zu betonen, auf den Autoritären Charakter an, wird auch das Identische im Wechsel sichtbar. Das Veralten des Autoritären Charakters ist seine Aktualität als sekundärer Autoritarismus.

Termin: Dienstag 21. Mai 2019, 18:30 Uhr
Ort: SFU Freudplatz 1, 1020 Wien | Raum: 1002
→ Für Studierende der PTW ist die Teilnahme als Forschungspunkt oder Window of Opportunity anrechenbar.

Auf Ihre Teilnahme freuen sich,

die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Instituts für transkulturelle und historische Forschung
Fakultät Psychotherapiewissenschaft | Sigmund Freud PrivatUniversität

Zur Person:

PD Dr. phil. Oliver Decker, Dipl.-Psychologe, ist Leiter des Forschungsbereichs Sozialer und medizinischer Wandel in der Abteilung Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie und Direktor des Kompetenzzentrums für Rechtsextremismus- und Demokratieforschung an der Universität Leipzig. Zusammen mit Christoph Türcke veranstaltet er seit 2005 die Tagungsreihe Kritische Theorie – Psychoanalytische Praxis, zusammen mit Elmar Brähler leitet er sei 2002 die Leipzig-Studien zur autoritären und rechtsextremen Einstellung in Deutschland (bis 2018 Leipziger „Mitte“-Studien). 2012 war er Honorary Fellow am Birkbeck College, London, auf Einladung der New Yorker School of Visual Arts war er 2015 Gastprofessor am Department Critical Theory and the Arts. Im Sommersemester 2019 ist er als Gastprofessor an das Institut für Soziologie der Universität Wien eingeladen. 2018 erschien das von ihm herausgegebene, zweibändige Lehrbuch „Sozialpsychologie und Sozialtheorie“ im Springer-Verlag.
Weitere Infos unter: http://home.uni-leipzig.de/decker/