Privatdozent Dr. Dan Pokorny, vieler Doktorvater, Freund und Kollege, unser Kompanion ist, zu früh, am 29.11.2017 in Ulm verstorben, nach kurzer schwerer Krankheit.

Wir alle kannten Dan Pokorny mit Laptop und Notizblock, mit heißem Kaffee, immer erreichbar, um uns in der Psychotherapieforschung zu unterstützen. Er nahm sich der Anliegen seiner Kollegen und Studierenden nicht nur mit seiner mathematischen Expertise an, er wandte sich den Menschen und ihren Ideen zu. Seine Kreativität und Geduld eröffnete in uns neue Denkräume, in seinem Büro entstanden die Eckpfeiler für Forschungsprojekte, Doktorarbeiten, Habilitationen.

Wenn sich die Analysen und Rechnereien manchmal frustrierend eng gebahrten, gab es immer noch den Blick durchs Fenster in die Bäume: in Dans Büro am Ulmer Hochsträß, dann am Eselsberg, und auch in Wien sollte es ab 2017 ein Raum mit Ausblick in den Prater sein.

Diesen Text zu verfassen fiel uns schwer und gelang uns in kleiner Gruppe gemeinsam. Das Schreiben erinnert an das Verfassen der Acknowledgments in unseren Arbeiten. Tage um Tage waren manche von uns damit beschäftigt, nur Dan zeigte Verständnis und meinte einmal:
„ Ja aber natürlich! Das Schwierigste und Ernsthafteste beim Verfassen der Doktorarbeit sind wohl wahrlich die Acknowledgments!“.
Das war Dan Pokorny: jemand, der uns sagte, was wir nicht erwarten konnten, und uns so über den Tellerand hinausschauen ließ.

Der Verlust von Dan Pokorny schmerzt in mehrfacher Hinsicht. An erster Stelle deswegen, weil mit Dan ein Freund nicht länger ist. In den letzten zehn Jahren haben wir an der SFU viele heitere Abende mit Dan verbracht, in denen Raum war für Fachliches und sehr Persönliches. Er vereinte Heiterkeit und Intellektualität in einer Weise, die uns fehlen wird. In diesem Sinn sei es unser Auftrag, zu versuchen, , ein ‚fröhlicher Wissenschafter‘ zu werden wie er einer war. Unvergessen sind uns auch lange Gespräche und sein Beistand in persönlich schweren Zeiten, in denen wir seine tiefe Empathie empfanden. Unvergesslich sind seine Witze während er uns komplexe Theorie lehrte, womit sie verdaubarer wurde.

An zweiter Stelle verlieren wir mit Dan Pokorny einen Kollegen und Lehrer. Als Head of the International PHD Programme und Lehrender im englischsprachigen Bakkalaureats- und Magisterprogramm der Psychotherapiewissenschaft fehlt er, allen voran seinen Studierenden. Er war ein großartiger akademischer Lehrer mit Integrität, dessen Engagement für die Studierenden auch nach den Kursterminen nicht verebbte. Wir wollen auch daran Maß nehmen und den Raum für junge Ideen stets öffnen, am besten einen mit Ausblick auf viele Bäume.

 

Unser tiefes Mitgefühl gilt Dan Pokornys Familie.

In herzlichem Gedenken:

deine Freunde und Kollegen der Sigmund Freud PrivatUniversität