Internationaler Frauentag
Feminismus meets Gender Jihad

am Sonntag, 11. März 2018 von 10.00 – 14.00 Uhr

Frauensolidarität jenseits religiöser und kultureller Grenzen?

Muslimische und nichtmuslimische Frauen haben unterschiedliche Anliegen. Oder sind es doch dieselben?
Feministische Bewegungen analysieren vorherrschende Geschlechterordnungen, hinterfragen diese kritisch und wollen etwas verändern. Der Begriff Gender-Jihad verdeutlicht den islamisch-feministischen Aufbruch. Jihad bedeutet Anstrengung und Kampf. Die Legitimation zum islamischen Feminismus wird nicht nur im säkularen Bereich gesucht sondern auch im Religiösen – etwa durch eine antipatriarchale Lesart der religiösen Quellen. Islamische Feministinnen in Österreich bekennen sich zu ihrem Glauben und ebenso zum säkularen Staat.

Im Kampf um Gleichberechtigung geht es nicht nur darum, dass Frauen dieselben Rechte, Chancen und Möglichkeiten wie Männern zugestanden werden. Es geht um Freiheiten und Wahlmöglichkeiten in einem viel umfassenderen Sinn: Feminismus gibt Frauen das Recht ihr eigenes Begehren zu artikulieren. Und dieses Begehren kann von Frau zu Frau sehr unterschiedlich sein, denn Feminismus lebt vom Wissen über diese Differenzen und von Frauensolidarität.

Die Frauenmatinee lädt mit Beiträgen aus Wissenschaft und Praxis zum Überdenken von Vorurteilen und zum Diskutieren ein!

Programm:

10.00 Begrüßung
Anita Dietrich-Neunkirchner

10.15 Vortrag und Diskussion
Hale Usak
Psychoanalyse – Migration – Weiblichkeit
Ein Werkstattbericht aus Forschung und Praxis

11.30 Pause
Tee und Süßigkeiten

12.00 Foto- und Videopräsentation
Asma Aiad
Jung, muslimisch, emanzipiert?!
Was geht ab bei muslimischen Mädchen und Frauen in Österreich?

12.20 – 13.30 Podiums- und Publikumsgespräch
»Muslimin« – »Nichtmuslimin« – unterschiedliche Facetten des Frauseins?

Asma Aiad: Jung, muslimisch, emanzipiert?! /// Regina Aigner: Mädchengruppen im schulischen Kontext– tragen sie zu mehr Selbstbewusstsein und weiblicher Autonomie bei? /// Katharina Hametner: Enthüllte Emanzipation – Kritische Anmerkungen zur aktuellen »Kopftuchdebatte« /// Hagar Hussein: Das Unheimliche neu entdecken – ein psychoanalytischer Weg zu mehr schwesterlicher Solidarität? ///Rachida Toubal: Der Kampf um die Gleichberechtigung wird im Alltag entschieden
Moderation: Anita Dietrich-Neunkirchner

13.30 Ende der Matinee
Ausklang mit orientalischem Buffet

Vortragende:

Asma Aiad, BA Fotografin, Bloggerin und Jugendarbeiterin, beschäftigt sich in ihren künstlerischen Tätigkeiten mit dem Selbstbild muslimischer Frauen, sowie mit Diversity und der Dekonstruktion von Stereotypen in Österreich. Studium der Politikwissenschaft und Gender Studies an der Universität Wien, schreibt zur Zeit an der Masterarbeit zum Thema Islam und Feminismus.

Mag.a Regina Aigner Studium der Pädagogik, tätig als Beratungslehrerin, Supervisorin und Psychotherapeutin (Psychoanalyse) in freier Praxis, bildende Künstlerin (Malerei, Holzschnitt), u.a. Werke zu Frauenthemen.

Mag.a Dr.in Anita Dietrich-Neunkirchner Studium der Psychologie und Psychotherapiewissenschaft, Psychoanalytikerin in freier Praxis und Lektorin an der sfu Wien, Leiterin der GenderStudyGroup, Lehrund Forschungsschwerpunkte: psychoanalytische Entwicklungspsychologie und Geschlechterforschung.

Mag.a Dr.in Katharina Hametner Studium der Psychologie in Wien, seit 2010 wissenschaftliche Mitarbeiterin an der sfu Wien/Fakultät Psychologie. Forschungs- und Lehrschwerpunkte: kritische Migrations- und Rassismusforschung, qualitative Methoden der Sozialforschung.

Hagar Hussein, BA. pth Studium der Psychotherapiewissenschaften, Lebens- und Sozialberaterin „in Ausbildung unter Supervision“, Psychoanalytikerin „in Ausbildung unter Supervision“ am Psychoanalytischen Seminar Innsbruck/sfu, Teilnehmerin der GenderStudyGroup.

Mag.a Rachida Toubal Studium der Soziologie, engl. und arab. Linguistik in Algerien, tätig als Journalistin, Dolmetscherin, Trainerin und Beraterin am bfi Wien. Gründungsmitfrau des Vereins wafaa Woman, einer niederschwelligen Anlaufsstelle für Flüchtlingsfrauen und Migrantinnen in Wien.

Mag.a Dr.in Hale Usak Klinische und Gesundheitspsychologin, Psychoanalytikerin „in Ausbildung unter Supervision“ im Innsbrucker Arbeitskreis für Psychoanalyse. Forschungs-, Lehr- und Praxisschwerpunkte im Bereich der Emigrationsgeschichte von Frauen, der klinisch-psychoanalytischen Arbeit mit Frauen unterschiedlicher Kulturen und der historischen und aktuellen Entwicklungslinien der Psychoanalyse in der Türkei.

Eintritt für Studierende kostenlos, für Gäste 20,– Euro

Sigmund Freud PrivatUniversität
1020 Wien, Freudplatz 1
Festsaal, 1. Stock
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