Seminar der SFU Weiterbildungsakademie

Termin

14.11.2022 18:00 – 20:30 online über ZOOM

Wie alles was wirkt, so hat auch digitale Informationstechnik Risiken und Nebenwirkungen im Hinblick auf unsere körperliche und seelische Gesundheit, unsere Bildung und unsere Gesellschaft, wie gut publizierte wissenschaftliche Untersuchungen an Millionen von Menschen zeigen.

Smartphones verursachen nachweislich Kurzsichtigkeit, Angst, Depression, Aufmerksamkeitsstörungen, Schlafstörungen, Bewegungsmangel, Übergewicht, Haltungsschäden, Diabetes, Bluthochdruck, Sucht (Internetsucht, Spielsucht, Smartphone-Sucht, aber auch mehr Alkohol- und Tabak-Konsum), und ein erhöhtes Risikoverhalten; Smartphones haben bei jüngeren Verkehrsteilnehmern den Alkohol als Unfallursache Nummer 1 abgelöst). Zu den Auswirkungen auf die Gesundheit kommen negative Auswirkungen auf das Sozialverhalten und die Bildung junger Menschen hinzu. Sogar die Grundfesten unserer demokratischen Gesellschaft sind bedroht: Wahlen lassen sich ebenso beeinflussen wie die Emotionen und Meinungen von Menschen. Sich schneller, weiter und tiefer als Wahrheit verbreitende Falschnachrichten und die globale Radikalisierung von Meinungen sind nicht intendierter, aber dennoch nachweisbarer, Teil des Geschäftsmodells von Firmen, die digitale Dienstleistungen kostenlos bereitstellen, weil ihr Geschäftsmodell auf Werbung basiert. Bislang erfolgte für digitaler Informationstechnik keine ernsthafte Technikfolgenabschätzung. Stattdessen werden wir von Lobbyisten in einem noch nie dagewesenen Ausmaß mit Hype überzogen, der ernsthaftes Nachdenken nahezu unmöglich macht, von einer dringend notwendigen, kritischen gesellschaftlichen Diskussion gar nicht zu reden.

Es ist unverantwortlich, die Gesundheit und die Bildung von jungen, noch nicht für sich selbst verantwortlichen Menschen, sowie die Grundfesten unserer demokratischen Gesellschaft den Profitinteressen der reichsten Firmen der Welt unkritisch zu überlassen.

Referent: 
Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer

Studierte in Freiburg Medizin, Psychologie und Philosophie. Nach seiner Habilitation für das Fach Psychiatrie war er als Oberarzt an der psychiatrischen Universitätsklinik Heidelberg tätig. Forschungsaufenthalte in den USA (Harvard University und University of Oregon) prägten das weitere wissenschaftliche Werk von Manfred Spitzer an der Schnittstelle von Neurobiologie, Psychologie und Psychiatrie. Seit 1997 ist Manfred Spitzer Ärztlicher Direktor der Psychiatrischen Universitätsklinik in Ulm. 2004 gründete er das Transferzentrum für Neurowissenschaften und Lernen (ZNL).

Weitere Informationen unter:
https://weiterbildungsakademie.sfu.ac.at/de/fortbildung/digitales-unbehagen

Kontakt & Anmeldung


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Weiterbildungsakademie
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