WBA | Vortragsreihe Krise als Daily Business  – Eine virtuelle Begegnung mit Vordenker*innen zur Psychologie unserer Zeit

WBA | Vortragsreihe Krise als Daily Business – Eine virtuelle Begegnung mit Vordenker*innen zur Psychologie unserer Zeit

Vortragsreihe „Krise als Daily Business“ in Kooperation mit DER STANDARD

Krisen sind nie nur materielle Ausnahmesituationen, sondern bringen immer auch gravierende Veränderungen im kollektiven Erleben der Zeit mit sich. In der gerne so genannten „Neue Normalität“ werden jetzt pandemiebedingte Verwerfungen der Lebenswelt noch zusätzlich vom Krieg in der Ukraine und den immer deutlicheren Zeichen des Klimawandels verstärkt. Was macht in so einer Krise überhaupt noch Sinn? Wie kann man mit individuellen und kollektiven Ängsten umgehen? Welche mentalen Ressourcen und Bewältigungsstrategien können helfen? In einem intellektuellen Diskurs mit Vordenker*innen unserer Zeit sollen diese Fragen gemeinsam und interaktiv erörtert werden.

16.05.2022 / 18.00-20.30 Uhr „Krise – wie bewältige ich sie?“ (Univ.-Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Alfred Pritz)
Krisen sind Begleiter unseres Lebens! Und nur Krisen, die wir positiv bewältigen, lassen wir hinter uns. Krisen, die wir nicht bewältigt haben, begleiten uns unter Umständen ein ganzes Leben lang. Wie stark uns eine Krise trifft ist eine Frage der Intensität und wie emotional wir von den einzelnen Phänomenen betroffen sind.
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17.05.2022 / 18.00-20.30 Uhr „Mit Kinderängsten positiv und konstruktiv umgehen“ (Dr. Philip Streit)
Angst ist eine negative Grundemotion bei uneindeutiger Gefahrensituation. An sich sichert ihre Energie Überleben und stimuliert bei Herausforderung. So führt sie in eine Aufwärtsspirale. Es kann aber auch eine negative Abwärtsspirale entstehen, abhängig davon wie Situationen bewertet werden und welches Denken und Handeln Platz greift. In seinem Vortrag zeigt Philip Streit praktisch auf, wie Angst bei Kindern lähmend wirken kann und welche positiv konstruktiv Schritte sowohl von Seiten des Kindes als auch seiner Bezugspersonen entwickelt werden können. Speziell eingegangen wird dabei auf die Rolle von Hoffnung, Optimismus und Zuversicht.
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18.05.2022 / 18.00-20.30 Uhr „Die Welt als unsicherer Ort: Ukraine- Krieg, Corona und die Folgen“ (Prof. Dr. med. Luise Reddemann)
Krieg und Pandemie tragen zu großer Verunsicherung und Ängsten bei. Wie dem begegnen? Vor allem erkennen, was ist real bedrohlich und was projiziere ich aufgrund von z.B. extrem belastenden Kindheitserfahrungen, die jetzt reaktiviert werden. Im Ansatz der psychodynamisch imaginativen Traumatherapie geht es um Versorgung ängstlicher jüngerer Anteile, so dass das erwachsene Ich so viel Kompetenz wie möglich verfügbar hat.
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24.05.2022 / 18.00-20.30 Uhr „Sinn und Krise“ (Prof. DDr. Alfried Längle)
Verständnis von Krise, Einordnung von krisenhaftem Geschehen, welche Herausforderungen erwarten uns? Was sind ihre Gefahren auf psychologischer Ebene? Welche revelatorische Kraft haben die Krisen, was decken sie auf, was ermöglichen sie – ist hier ein Sinn zu sehen?
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01.06.2022 / 18.00-20.30 Uhr Macht und Empathie in Zeiten der Krise (Dr. phil, Dipl.-Psych. Wolfgang Schmidbauer)
In der digitalisierten Gesellschaft mehren sich die Signale scheiternder Kränkungsverarbeitung. Die wirtschaftlich erwünschte Beschleunigung der Kommunikation führt zu einem Schwinden der Empathie und privilegiert schnelle, oft sehr aggressive Urteile („Helikoptermoral“). Die seelischen Verarbeitungsmöglichkeiten werden von zwei Seiten überlastet: Einmal durch regressive Mechanismen wie Mobbing und Stalking, dann aber auch durch die Versuche, bürokratisch gegenzusteuern, durch die das kalte juristische Denken sich auch der Berufe bemächtigt, in denen defensive Strategien eine wirkungsvolle Arbeit erschweren.
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10.06.2022 / 18.00-20.30 Uhr „Das Unfassbare in Worte fassen: Mit Kindern über den Krieg sprechen“ (em. Univ.Prof.in Dr.in Brigitte Sindelar)
Nach der Corona-Krise, die noch nicht überstanden ist, erreicht unsere Kinder und Jugendlichen die nächste unvorhersehbare Belastung: Der Krieg in der Ukraine löst Bestürzung, Fassungslosigkeit und Angst in uns Erwachsenen aus. Es ist unmöglich zu verhindern, dass auch Kinder und Jugendliche damit konfrontiert werden. Und auch sie machen sich Sorgen, haben Angst, und vor allem viele Fragen – zum Krieg, zur Flucht, zu Flüchtlingskindern.
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